Ein Plätzchen im Schatten

Nicht alle Zimmerpflanzen sind Sonnenanbeterinnen. Es gibt durchaus attraktive Gewächse, die schattige Nordfenster zieren und trübe Zimmerecken zum Leuchten bringen. Lernen Sie die schönsten „Schattenpflanzen“ kennen.

Als Faustregel gilt: Grünpflanzen vertragen es eher dunkler als Blütenpflanzen. Denn um Blüten zu bilden, braucht eine Pflanze viel Licht. Die Schattenverträglichkeit zahlreicher Zimmerpflanzen hat ihren Grund in den heimischen Standorten dieser Gewächse: Viele stammen nämlich aus den Regenwäldern Südamerikas, Afrikas und Asiens. Dort haben sie ihren Lebensraum unter dem dichten Blätterdach, welches das Sonnenlicht abhält. Je weiter unten die Pflanze wächst, desto spärlicher wird das Licht. Noch ein Tipp zur Pflege: Pflanzen brauchen an lichtärmeren Standorten normalerweise weniger Wasser. Prüfen Sie vor jedem Gießen mit dem Finger, ob die Erde im Topf noch feucht ist. Keinesfalls übergießen, denn dann faulen die Wurzeln!

Die Kentiapalme (Howeia) ist eine der beliebtesten und bekanntesten Palmen. Sie ist pflegeleicht und wird auch im Zimmer gut zwei Meter hoch – das dauert allerdings einige Jahre. Mit ihrem dichten Wuchs und den dunkelgrünen, schmalen Fiederblättern an langen, elegant gebogenen Wedeln ist sie eine wahre Augenweide. Im Sommer braucht sie viel Wasser, die Erde darf nie austrocknen. Sommers wie winters ist sie für Besprühen mit kalkfreiem Wasser dankbar. Alle zwei bis drei Jahre umtopfen.

Die Pachira (Pachira macrocarpa) stammt aus Mexiko, wo sie ein kleinkroniger Baum ist, und besitzt kastanienähnliche Blätter. Bei uns ist sie ein apartes, pflegeleichtes Bäumchen, das viel Sonne und auch einen Rückschnitt verträgt. Sie besitzt einen sukkulenten (also wasserspeichernden) meist geflochtenen attraktiven Stamm – nicht übergießen.

Der Baumfreund (Philodendron) ist ein ausgesprochen pflegeleichter Zimmergenosse mit je nach Art kletternden, kriechenden oder hängenden Trieben und unterschiedlichen Blattformen. Bei Philodendron 'Imperial Red' werden die lanzettförmigen Blätter bis zu 50 cm lang und changieren zwischen Rot und Grün. Der Baumfreund stammt aus Mittel- und Südamerika und verbringt auch den Winter gerne im geheizten Raum, sollte dann aber gelegentlich besprüht werden. Nur kalte Zugluft verträgt das Kind der Tropen nicht!

Der Schwertfarn (Nephrolepis) stammt aus den Tropen und muss gut gepflegt werden, damit er seine ganze Schönheit entfaltet. Er verabscheut trockene Luft – deshalb trifft man ihn oft in Badezimmern an. Sind die Wedel bis auf 1 m ausgewachsen, steht er am besten auf einer Säule. Zugluft ist ihm ein Graus, im Sommer mag er es warm, während es im Winter etwas kühler sein darf.

Das Einblatt (Spathiphyllum) ist eine Grünpflanze, die als kleines Dankeschön für gute Pflege im Sommer zwischen dem dunkelgrünen glänzenden Laub weiße Hochblätter (also keine Blüten im eigentlichen Sinn!) hervor bringt. Das Einblatt stammt aus den Urwäldern Südamerikas und Asiens und ist gut für Hydrokultur geeignet.

Die Zamie (Zamioculcas) ist eine extravagante Grünpflanze mit straff aufrechtem Wuchs, ledrigen, glänzend dunkelgrünen Blättern und hohem Zierwert. Wer eine architektonische Wirkung und ausgefallenes Flair liebt, wird sie mögen! Die Zamie stammt aus Sansibar. Ihre Stiele speichern Wasser, deshalb sehr vorsichtig gießen, und nur, wenn die Erde gut abgetrocknet ist.

Das Fensterblatt (Monstera) verbreitet mit seinen tief eingeschnittenen, glänzend grünen Blättern echtes Dschungel-Feeling – die Blätter sollten staubfrei gehalten werden (wöchentlich mit feuchtem Lappen abwischen). Gedüngt wird im Sommer einmal pro Woche, im Winter dagegen einmal pro Monat. Krankheiten und Schädlinge kommen sehr selten vor.



Attraktive Pflanzen für lichtärmere Standorte

Grünpflanzen:

  • Bubikopf (Soleirolia soleirolii)
  • Efeu (Hedera)
  • Efeuaralie (Fatshedera)
  • Efeutute (Epipremnum)
  • Fittonie (Fittonia)
  • Harfenstrauch (Plectranthus)
  • Kapwein (Rhoicissus)
  • Kastanienwein (Tetrastigma)
  • Pfeilblatt (Alocasie)
  • Schusterpalme (Aspidistra elatior)
  • Strahlenaralie (Schefflera)
  • Zimmeraralie (Fatsia japonica)

Palmen und Farne:

  • Bergpalme (Chamaedorea elegans)
  • Frauenhaarfarn (Adiantum)
  • Hirschzungenfarn (Phyllitis scolopendrium)
  • Kentiapalme (Howeia)
  • Nestfarn (Asplenium nidus)
  • Rippenfarn (Blechnum)
  • Saumfarn (Pteris)
  • Sichelfarn (Cyrtomium)

Nicht alle genannten Sorten sind dauerhaft im Gartencenter erhältlich. Wir helfen gerne bei der Auswahl. © Rossipaul Kommunikation / Sonntag


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