Herrliche Halme!

Die Karriere der Ziergräser kam erst vor ein paar Jahren so richtig in Schwung, nachdem viele Gartenliebhaber sie aus dem Schatten großer Blühpflanzen geholt haben. Jetzt sind sie nicht mehr wegzudenken. Nicht zuletzt wegen der großen Sorten- und Artenvielfalt ist für jeden Geschmack und jeden Gartenstil etwas dabei.

In der modernen Gartengestaltung finden gerne Japangras (Hakonechloa macra), Seggen (Carex) und Reitgräser (Calamagrostis) ihren Platz. Eindrucksvolle Riesen-Gräser wie Pampasgras (Cortaderia selloana) und Chinaschilf (Miscanthus) sowie der für Gärten im asiatischen Stil unerlässliche Bambus (Bambusoideae) bilden einen schönen wie auch praktischen Sichtschutz.

Sie sind ein anmutiger Blickfang, anspruchslos und unkompliziert. Häufig fallen sie nicht durch üppige Farbenpracht auf. Ihre zarten Strukturen, ihre vielfältigen Formen und ihre bewegte Leichtigkeit sind jedoch eine große Bereicherung in der Gartengestaltung. Ziergräser werden daher immer mehr von Gartenliebhabern geschätzt. Im Sommer setzen sie mit ihren besonderen Blüten sehenswerte Akzente, im Herbst zeigen sie ihre Färbung und im Winter überzeugen sie mit Reif überzogen mit ihrer attraktiven Silhouette. Sie überbrücken rund um das Jahr so auch blütenärmere Zeiten. Ziergräser gibt es für jeden Geschmack, für jeden Gestaltungsstil und für alle Standorte – von sonnig bis schattig. Sowohl für moderne, formale Gärten als auch für naturnahe Landhausgärten und Präriegärten. Und jetzt immer mehr im Trend: reine Gräsergärten.

WUSSTEN SIE SCHON?

Staudengärtner Ernst Pagels, 1913 geboren, nahm sich als einer der Ersten der Gräser an. Ihm hatte es vor allem das Chinaschilf (Miscanthus) angetan. Aus dem normalerweise rund 2 m hohen Gras entstanden durch Züchtung halbhohe Sorten wie z.B. ‘Hermann Müssel’, mit überhängendem Wuchs und besonders reicher Blüte. Die Sorte ‘Ferner Osten’ entwickelt zweifarbige Blüten – beim Aufblühen sind sie dunkelrot, später leuchtend rot mit hellen Spitzen. Pagels selbst war sehr bescheiden und bezeichnete sich nicht als Züchter. Er lies der Natur seinen Lauf und suchte sich daraus das Beste aus.

 

Von Zwergen mit 10 cm bis hin zu wahren Riesen mit mehreren Metern Wuchshöhe ist im Gräsersortiment alles vertreten. Ziergräser, die nicht höher als 100 - 120 cm werden, sind auch als Kübelpflanze gut geeignet. Besonders schön wirken hierfür Sorten, deren filigrane Blätter leicht überhängen und aufrechte Blütenähren bilden.

Das Pfeifengras (Molinia) mit seinen schmalen Rispen auf den drahtigen Stielen sowie das Zarte Federgras (Stipa) mit seinem haarfeinen Laub mit flauschigen Blütengrannen geben jeder Kübelpflanzung einen besonderen Reiz.

Auch die Fuchsrote Segge (Carex buchananii) gedeiht problemlos im Topf. Dieses Gras wird gute 50 cm hoch und wächst aufrecht, graziös und in lockeren Büschen. Mit Raureif, der sich auf den langen, rotbraunen Blättern bildet, ergibt es im Winter ein wunderschönes Bild.

Der zarte Blauschwingel (Festuca glauca) eignet sich hervorragend zur Bepflanzung von Steingärten. Auch als Bodendecker oder Beeteinfassung an einem sonnigen Standort ist das kleine Gras ein schöner blau-grüner Blickfang.

Die Japan-Gold-Segge ’Evergold‘ (Carex oshimensis) ist ein sehr elegantes und gut wüchsiges, immergrünes Schattengras. Ihre Blätter zeigen eine gelblichweiße Mitte und grüne Blattränder. Sie hängen formschön im Bogen über. ’Evergold‘ ist ein schöner, weich fallender Aufheller im Schattenbeet. Das Gras eignet sich zudem gut zur Bepflanzung von Kübeln.

Der anspruchslose Bambus (Fargesia) erreicht je nach Sorte eine herausragende Größe von bis zu 3 m. Als Sichtschutz oder in Einzelstellung ist er deshalb eine gute Wahl. Er wächst kompakt und aufrecht mit rohrartigen Halmen an sonnigen und halbschattigen Plätzen. Bei Fargesien ist keine Rhizomsperre notwendig.

Das Lampenputzergras (Pennisetum), auch bekannt als Federborstengras, mag es gern warm und sonnig. Seine flauschigen Scheinähren laden bis Ende Oktober geradezu zum Anfassen ein. Je nach Sorte erreicht dieses Ziergras eine Höhe von etwa 1,2 m. Besonders gut kommt es in Kombination mit Stauden zur Geltung. Für die Terrassenverschönerung im Kübel ist es auch sehr gut geeignet.

Das Flammengras (Imperata cylindrica) macht seinem Namen alle Ehre. Es bezaubert schon ab dem Sommer mit einer roten Färbung der Halme, die im Herbst immer intensiver wird. Auf humosem, durchlässigem Boden im Halbschatten hält die Rotfärbung sogar bis in den Frühling hinein an – vorausgesetzt der Winter ist mild. Das bis 40 cm hohe Gras macht sich gut in Kombination mit z.B. kleineren Gehölzen an sonnigen oder halbschattigen Standorten.

PFLEGETIPPS!

Gräser benötigen in der Regel nicht viel Pflege, vorausgesetzt der Standort wurde passend gewählt. Es gibt Sorten für sonnige und für schattige Standorte. Auch die Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit sind zu beachten. Pflanzen Sie am besten nur Gräser, deren Ansprüche mit den Wachstumsbedingungen in Ihrem Garten übereinstimmen. Auf diese Weise ist der Pflegeaufwand gering und ein Befall durch Schädlinge und Krankheiten wird vermieden.
 
Im ersten Pflanzjahr sollten Sie regelmäßig gießen. Werden die Pflanzen zu wenig gegossen, entwickeln sich mit großer Wahrscheinlichkeit keine Blüten. Staunässe muss vermieden werden. Die meisten Ziergräser bevorzugen einen gut durchlässigen Boden. Lockern Sie ggf. die Erde ein wenig mit Sand oder feinem Kies auf, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Erst im Frühjahr benötigen alle Gräser einen Rückschnitt. Am besten erfolgt dieser, sobald die ersten frischen Triebe sprießen. Alle sommer- und wintergrünen Gräser werden dann auf etwa 15 cm gekürzt. So können sich wieder neue Halme entwickeln und das Laub bildet sich frisch und kräftig von neuem aus.

Der Winter dient als Ruhephase zum Kräftesammeln. Das eingetrocknete Laub schützt dabei vor Feuchtigkeit und Kälte. So verzieren auch Raureif und Schnee auf Halmen und Fruchtständen den winterlichen Garten. Bei sehr hohen Gräsern ist es empfehlenswert die Blätter zusammenzubinden. So wird verhindert, dass zu viel Wasser die empfindlichen Wurzeln erreicht. Bedecken Sie zudem den Wurzelbereich ca. 5 cm hoch mit Rindenmulch oder Stroh. Ziergräser im Kübel überwintern am besten nahe an der Hauswand und mit eingewickeltem Topf. So sind sie am besten vor Kälte geschützt.


Jetzt noch ein paar schöne Ziergräser zu pflanzen, lohnt sich! Mit glitzerndem Raureif überzogen bieten sie bereits den gesamten Winter einen schönen Anblick und verleihen dem Garten von Anfang an Struktur und Eleganz.

Nicht alle genannten Sorten sind dauerhaft im Gartencenter erhältlich. Wir helfen gerne bei der Auswahl. © Talking Brands


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