Praxis-Tipp

Staudenpflanzung – leicht gemacht

Bodenvorbereitung
Die Pflanzfläche sollte möglichst frei von Unkräutern sein. Insbesondere Wurzelunkräuter (z. B. Quecke, Girsch) steigern den Pflegeaufwand eines Staudenbeetes sehr. Vor der Pflanzung ist es daher empfehlenswert, unterirdische Rhizome dieser Unkräuter sorgfältig zu entfernen. Eine flache Bodenlockerung erleichtert das Pflanzen und fördert das gute Gedeihen der Stauden. Dabei sollten die Wurzeln der bereits vorhandenen Gehölze möglichst nicht beschädigt werden. Bei schlechten Bodenverhältnissen (sehr leichtem Sandboden, fehlendem Mutterboden oder geringer Humusschicht) empfiehlt sich zusätzlich, Kompost oder Mutterboden einzubringen.

Das Pflanzen
Wässern Sie die Stauden vor dem Einpflanzen kräftig. In der trockenen Jahreszeit ist ein Eintauchen des Wurzelballens in einen Wassereimer sinnvoll. Feuchte Pflanzen lassen sich leicht austopfen. Sollten Sie trotzdem fest im Topf haften, hilft ein leichtes Aufsetzen des Topfrandes auf einen Zaunpfahl oder Spaten.

Bei einer größeren Pflanzung empfiehlt sich ein vorheriges Verteilen der Töpfe auf der Pflanzfläche, so dass Sie die Gestaltung leicht korrigieren können. Schwachwachsende Stauden benötigen einen Abstand von ca. 15 – 20 cm, mittelstarkwüchsige Stauden verlangen 40 – 50 cm Pflanzabstand und hochwerdende Stauden 60 – 80 cm. Stauden mit einem Topfballen können Sie ganzjährig setzen, besonders empfehlenswert sind allerdings der Herbst und das Frühjahr. Im Sommer ist auf eine ausreichende Wässerung in den ersten Wochen zu achten. 

Pflege
Falls nötig, nach dem Pflanzen den Boden leicht lockern. Stauden benötigen in der Regel wenig Nährstoffe, also vorsichtig düngen, nur bei großen Pflanzen wie z. B. Rittersporn etwas mehr geben! Zu großzügige Stickstoffgaben können mangelnde Standfestigkeit bei höheren Stauden oder eine schnellere Vergreisung von Polsterstauden zur Folge haben. Bitte nur die obersten 3 – 5 cm des Bodens lockern, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Ein gutes Mittel gegen Unkraut ist das Abdecken mit Rindenmulch, Dicke ca. 3 cm.

Rückschnitt
Einige Stauden bedanken sich für einen Rückschnitt nach der Blüte (direkt über dem Boden) mit einem zweiten Flor.

Bei zahlreichen Rabattenstauden erreicht man mit einem leichten Rückschnitt (Pinzieren) der Triebspitzen eine bessere Verzweigung und zugleich erhöhte Standfestigkeit. Zeitpunkt dieser Maßnahme:

Mai/Anfang Juni, wenn die Triebe eine Höhe von ca. 20 cm erreichen. Gegen das Vergreisen von verholzenden Stauden hilft ein Rückschnitt von ca. einem Drittel im Frühjahr, sobald keine strengeren Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Viele Stauden, insbesondere Gräser, sind auch im Winter optisch ansprechend. Schneiden Sie daher das abgestorbene Laub erst im Frühjahr ab.

Krankheiten und Schädlinge
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln lässt sich im Hausgarten mit geschickten Maßnahmen auf ein Minimum begrenzen, wenn nicht ganz vermeiden. Der Rückschnitt des Rittersporns nach der Blüte (25 cm über dem Boden!) fördert nicht nur einen weiteren Flor, sondern verringert auch den Befall durch Echten Mehltau. Bei stark mit Echtem Mehltau befallenen Stauden hilft selbst ein chemisches Behandlungssmittel nicht. Hier ist ein Rückschnitt die vernünftigste Maßnahme. 

Übermäßige Stickstoffgaben fördern den Befall mit Blattläusen und pilzliche Erkrankungen, z. B. bei Pfingstrosen. Entfernen und vernichten Sie ältere, oft befallene Blätter der Malven, um damit die weitere Verbreitung einzudämmen. Eine falsche Standortwahl schwächt die Pflanze und macht sie anfälliger insbesondere gegenüber pilzlichen Erkrankungen. Beachten Sie daher die Empfehlungen auf den Coloretiketten an der Pflanze. Selbst ein zu tiefes Setzen der Schwertlilie, insbesondere in Verbindung mit einem nassen Standort, kann Fäulnis verursachen (verdickte Rhizomteile etwas aus dem Boden ragen lassen). 

Eine artenreiche Pflanzung verhindert ein übermäßiges Ausbreiten von Krankheiten und Schädlingen. Zudem füllen Nachbarstauden schnell den Raum aus, wenn eine Pflanze aufgrund eines Befalls ihre Wirkung in einem Sommer nicht entfalten kann.

Natürliche Gartenhelfer
Übrigens ist Ihre beste Waffe gegen Schnecken der Igel. Ein Gast, der sich schnell in ihrem Garten wohlfühlt, wenn sie ihm Rückzugsbereiche für den Winter anbieten.

Winterschutz
Einige alpine Pflanzen mögen keine Wintersonne, da sie in ihrer Heimat in der Regel durch den Schnee geschützt sind. Sie sind für eine leichte Reisigdecke sehr dankbar. Verschiedene Stauden brauchen einen leichten Winterschutz. 

So empfiehlt sich z. B. für Herbst-Anemonen und Fackellilien eine ca. 20 cm hohe Laubschicht. Pampasgras sollte einfach oben zusammengebunden werden, der Wurzelbereich sollte mit Laub und der Blattschopf durch Reisig geschützt werden. Für die Winteraster und Indianernessel gilt: Bitte ebenfalls vor der Wintersonne und Kahlfrösten durch eine leichte Reisiglage schützen.

Nicht alle genannten Sorten sind dauerhaft im Gartencenter erhältlich. Wir helfen gerne bei der Auswahl. © Stauden Ring


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